10 km – Grimsthorpe Castle – Lauf in unserer englische Partnerstadt Sleaford

„I ♥ twinning“

Das stand vorne auf den orangefarbenen T-Shirts unserer Läufergruppe; man könnte es mit: „Ich mag Städtepartnerschaft“ übersetzen.
Der Läuferklub aus unserer Partnerstadt Sleaford in England hatte Fredersdorf-Vogelsdorfer Läufer zur Teilnahme am 10 km–Grimsthorpe-Castle-Lauf eingeladen. Auf einen Zeitungsaufruf unseres Partnerschaftskomitees hin hatten sich 12  Läufer gemeldet, die dann zusammen mit zwei Begleitern vom Partnerschaftskomitee am Samstag dem 27. Aug. nach England flogen. Schon am Flughafen fielen alle mit ihren roten Herzen am T-Shirt auf; bei den jüngeren von uns gab es sogar Anfragen von anderen Reisenden, ob sie vielleicht auf Partnersuche wären. Obwohl sich vorher kaum jemand kannte, war die Stimmung von Anfang an großartig. In London-Stansted holten uns zwei  unserer Gastgeber mit einem Minibus ab und brachten uns nach Sleaford, wo wir dann von den Gastgeberfamilien übernommen wurden.
Abends übten wir uns zusammen mit unseren Gastgebern im „Barn dance“, einem englischen Folklore-Tanz zu traditioneller Musik, dazu gab es „Sleaford real ale“ und „Lincolnshire saussage“, zwei lokale Spezialitäten.
Der Höhepunkt des Sonntags war ein Besuch im Sherwood Forest in der Nähe von Nottingham, wo wir dem berühmt-berüchtigten Robin Hood und seinem Begleiter Little John begegneten.
Der letzte Montag im August ist in England der „Bank Holiday“.  An diesem offiziellen Feiertag fuhren die „Sleaford Striders“ mit uns zum Grimsthorpe-Festival  an das 32 km entfernte Grimsthorpe-Castle. Für die Shows, Ausstellungen und andere Sachen hatten wir zunächst kein Auge, das wichtigste war der 10 km Lauf. Umziehen, aufwärmen, Gruppenfoto und pünktlich um 11 Uhr standen unsere Läufer (Alter zwischen 26 und 70) in der ersten Reihe, dann ging es los. Ein schwieriger unbekannter Kurs mit  einigen kräftezehrenden Steigungen war von den 366 Teilnehmern zu bewältigen und nach 34 Minuten kam der erste ins Ziel – leider keiner von uns. Gernot Schwandt war nach 51 Minuten der erste unserer Läufer.  Bei den Damen erreichte Sina Kokles mit 60 Minuten einen  guten Platz. Alle unsere Läufer haben Fredersdorf-Vogelsdorf würdig vertreten und können stolz auf ihre Leistung sein.
Nach einer kleinen Erholungsphase gab es ein Picknick und dann stürzten wir uns in das Getümmel auf dem überaus gut besuchten Festival. Den meisten Raum nahm eine Oldtimer-Show ein – der älteste Motorwagen war von 1902, sah aus wie eine Kutsche und wurde mit einer Art Ruderpinne gelenkt. Anspruchsvolle Vorführungen mit Greifvögeln und verschiedene Terrier-Rennen waren nur einige der Attraktionen, die die Besucher anzogen. Ob groß oder klein, es war für jeden etwas dabei.
Am Abend fanden sich Gastgeber und Gäste zu einem Farewell Supper im Sleaforder Fußballklub zusammen.
Nach einem reichhaltigen englischen Frühstück ging es am nächsten Morgen nach Cambridge, wo wir auf eigene Faust die Stadt erkundeten. Nach halbstündiger Fahrt erreichten wir dann pünktlich wieder den Airport.
Es ist unglaublich, welche Gastfreundschaft und Herzlichkeit wir erfahren haben. Hier kommt der Sinn solcher Städtepartnerschaften zum Ausdruck, nämlich die Menschen unterschiedlicher Länder in Europa einander näher zu bringen. Alte Vorurteile und alte Feindschaften  verschwinden ganz automatisch. Städtepartnerschaften, die nur auf dem Papier stehen, sind völlig nutzlos; sie müssen gelebt werden. Nach meiner Meinung sollten die Vereine der Partnerstädte mehr auf einander zugehen und sich in die Partnerschaften einbringen –  es geht. Fehlende Sprachkenntnisse sind nach meinen Erfahrungen kein großes Problem, da sich immer irgendwer findet, der auch die Sprache des anderen spricht, das hat sich bisher bei allen Kontakten bestätigt.
Städtepartnerschaften sind ein Beitrag zum Frieden, für dessen Erhaltung nicht nur die Politiker sondern auch wir Bürger etwas tun müssen

und darum
„I ♥ twinning“
Manfred Jagnow

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